Sie vergleichen drei Transportangebote für dieselbe Strecke und wählen das günstigste. Das ist nachvollziehbar, denn der Transportpreis steht schwarz auf weiß auf der Rechnung. Doch die Tage, die das Fahrzeug danach verliert, weil es auf Einplanung wartet oder noch unterwegs ist, stehen nirgends auf dieser Rechnung. Und diese Tage kosten oft mehr als der Unterschied zwischen dem günstigsten und dem schnellsten Angebot.
In einem Gebrauchtwagenmarkt, der voller und transparenter wird, ist das kein theoretischer Punkt. Es ist der Unterschied zwischen Marge halten und Marge verlieren an ein Fahrzeug, das etwas zu lange unterwegs war.
Warum der Gebrauchtwagenmarkt voller und wettbewerbsintensiver wird
Der Gebrauchtwagenmarkt steht nicht still, und das zeigt sich in ganz Europa, nur nicht überall auf dieselbe Weise. In Deutschland wechselten 2025 mehr als 6,5 Millionen Fahrzeuge den Besitzer, wie Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes zeigen, mit einem starken Schlussspurt im Dezember. In Frankreich blieb der Gebrauchtwagenmarkt mit 5,4 Millionen Transaktionen nahezu stabil und fängt damit laut Marktforscher AAA Data gerade die Schwäche im Neuwagenverkauf auf: 78% der jüngeren Gebrauchtwagen (bis 5 Jahre) werden inzwischen über Profis verkauft. Die Niederlande stellten 2025 mit 2,1 Millionen verkauften Gebrauchtwagen einen Rekord auf, so der Branchenverband BOVAG.
Mehr Volumen bedeutet nicht automatisch mehr Marge, eher das Gegenteil. In den Niederlanden sank der durchschnittliche Gewinn pro Händlerstandort im ersten Quartal 2026 um fast ein Viertel: von 69.117 € auf 52.646 €. In Deutschland liegt die durchschnittliche Umsatzmarge der Händler inzwischen bei rund 1,1%, erneut niedriger als im Jahr davor, trotz 4,5% mehr Umsatz. In Frankreich ist das Bild noch deutlicher: Die durchschnittliche Rentabilität der Händlernetze sank 2025 auf rund 0,08%, gegenüber 0,46% ein Jahr zuvor, das sechste Jahr in Folge, in dem diese Rentabilität sinkt. Drei Märkte, dasselbe Muster: mehr gehandelte Fahrzeuge, weniger Marge pro Fahrzeug. Bei Renditen auf diesem Niveau muss eine logistische Verzögerung nicht Hunderte Euro pro Fahrzeug kosten, um trotzdem ins Gewicht zu fallen. Auf Portfolioebene zählt jeder vermeidbare Tag.
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Mehr Volumen, weniger Marge Gebrauchtwagenmarkt DE, FR und NL, 2025 — dasselbe Muster in drei unterschiedlichen Märkten Gebrauchtwagentransaktionen in Millionen, 2025
Margendruck bei Händlern DE und FR auf derselben Skala (Umsatzmarge); NL separat, da diese Kennzahl etwas anderes misst
Deutschland Frankreich Niederlande Quellen: Kraftfahrt-Bundesamt, AAA Data, BOVAG, Autohaus.de / RAW-Partner, Journal de l'Automobile. Die DE- und FR-Werte sind beide ein Umsatzmarge-Prozentsatz und damit direkt vergleichbar; der NL-Wert ist ein prozentualer Rückgang des durchschnittlichen Gewinns pro Standort und misst etwas anderes — daher die separate Darstellung statt eines dritten Balkens auf derselben Skala. |
Das bedeutet nicht, dass der Markt überall in Europa gleich wächst. Die Entwicklung unterscheidet sich je nach Land und Segment: Wo der eine Markt vor allem im Volumen wächst, steht die Marge in einem anderen unter Druck. Was sich überall zeigt: Händler und Flottenbetreiber denken zunehmend in Umschlaggeschwindigkeit, nicht nur in Einzeltransaktionen. Ein Fahrzeug, das schneller vom Einkauf zum Verkauf bewegt, ist ein Fahrzeug, das weniger Marktbewegungen ausgesetzt ist, die Sie nicht selbst in der Hand haben.
Der Transportpreis steht auf der Rechnung. Die Wartekosten nicht.
Ein Transportangebot ist ein konkreter Betrag. Die Kosten des Wartens sind das nicht. Sie verteilen sich auf Finanzierung, Lagerung und entgangene Verkaufstage und sind dadurch leicht zu übersehen, obwohl sie genauso real sind.
Was ein zusätzlicher Stillstandstag wirklich kostet
Ein einfaches Rechenbeispiel macht das konkret. Ein Fahrzeug im Wert von 25.000 €, finanziert zu 3,6% pro Jahr, kostet Sie rund 2,47 € an Kapitalbindung pro Stillstandstag. Bei 500 Fahrzeugen im Bestand sind das 1.233 € pro zusätzlichem Tag für den gesamten Bestand. Fünf vermeidbare Tage bei diesen 500 Fahrzeugen summieren sich auf über 6.000 € an Finanzierungskosten allein. Und das ist noch die Untergrenze: Marktpreisrückgang, Lagerkosten, entgangene Verkaufschancen und eventuelle Neupreisung sind hier nicht enthalten.
Dies ist ein illustratives Beispiel, keine universelle Benchmark. Aber es zeigt, warum ein paar Tage schneller oder langsamer durch die Kette zählen, auch wenn niemand diesen Betrag je auf einer Rechnung sieht.
Vom Compound zur Ausstellungsfläche: wo die Zeit verschwindet
Dieser Stillstand entsteht selten unterwegs. Er entsteht auf dem Compound: beim Auffinden des richtigen Fahrzeugs, bei der administrativen Freigabe, bei Inspektions- und Aufbereitungskapazität, die zu Spitzenzeiten ins Stocken gerät. Wir haben den unsichtbaren Engpass im Remarketing und die strategische Drehscheibe der Fahrzeuglogistik bereits früher beschrieben. Die Fahrt selbst ist meist nicht das Problem. Das, was ihr vorausgeht, ist es schon eher.
Warum das günstigste Transportangebot die teuerste Wahl sein kann
Das wirft einen unbequemen Widerspruch auf: Warten ist teuer, doch wir wählen oft trotzdem nach Transportpreis. Die Erklärung ist, dass Kosten durchaus zählen, nur nicht auf die Weise, wie wir sie meist betrachten.
Das ECG-Signal: Kosten sind 2026 wieder die größte Sorge
Der Branchenverband ECG hat genau das unter Transporteuren und Auftraggebern in der europäischen Fahrzeuglogistik untersucht. Das Ergebnis: 2024 war Kapazität noch die größte Sorge der Branche, Kosten lagen auf Platz zwei. 2026 haben diese Plätze getauscht. Kosten stehen jetzt auf Platz eins. Das ist ein Signal, das man nicht ignorieren kann, und es bedeutet nicht, dass Geschwindigkeit weniger zählt. Es bedeutet, dass die Frage falsch gestellt ist, wenn man Preis und Geschwindigkeit als Gegensätze behandelt.
Total Cost to Sale, nicht nur der Transportpreis
Die Frage, die tatsächlich zählt, ist nicht „was kostet dieser Transport“, sondern „was kostet es, dieses Fahrzeug verkaufsbereit zu machen“. Das ist der Transportpreis plus Finanzierung, plus Lagerung, plus das Risiko eines Wertverlusts, plus die Verkaufstage, die Sie verpassen, während das Fahrzeug noch unterwegs ist. Ein günstiges Angebot, das drei Tage länger dauert, ist selten die günstige Wahl, wenn man so rechnet.
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Der Transportpreis ist die Spitze des Eisbergs Total Cost to Sale — was Sie vorab sehen vs. was Sie erst hinterher spüren
Illustrativ: wie bei einem Eisberg ist der sichtbare Teil (Transportpreis) klein im Vergleich zu dem, was unter Wasser bleibt — die vier anderen Kostenposten zusammen. Die Höhen zeigen diesen Gedanken, kein exakt gemessenes Verhältnis. Siehe das Rechenbeispiel oben (Fahrzeug zu 25.000 €, 3,6% Finanzierung) für eine konkrete Zahl beim Finanzierungsblock. |
Der eigentliche Engpass liegt in der Abstimmung vor der Fahrt
Ein Transporter kann pro Tag nur eine begrenzte Anzahl Kilometer fahren, wie auch immer man plant. Der größte Zeitgewinn liegt daher meist vor der Fahrt, in allem, was der Abfahrt vorausgeht.
Derselbe ECG-Verband bestätigt das. Transporteure nennen kurze Einplanungsfristen und Strafen bei verpassten Terminen als ihre größte Sorge bei der Durchlaufzeit, und zwar stärker als vor zwei Jahren. Auftraggeber beklagen vor allem unklare Liefertermine. Und operativ bleiben zu viele Lade- und Entladepunkte sowie häufige Änderungen der größte Engpass. Keiner dieser Punkte liegt in der reinen Fahrzeit. Alle liegen in der Abstimmung davor: Matching, Dokumentation, Wartezeit an Ab- und Umschlagpunkten.
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Der größte Zeitgewinn liegt vor der Fahrt, nicht in der Fahrt selbst Vom Einkauf bis zum Verkauf — illustrative Aufteilung der Durchlaufzeit → Zeitlicher Verlauf
Illustrativ: die Segmentbreiten zeigen die Kernbotschaft aus den ECG-Signalen — der Engpass liegt in der Regel vor und nach der Fahrt, nicht in der Fahrt selbst — dies ist keine gemessene durchschnittliche Durchlaufzeit pro Phase. |
Genau hier macht Spotfilling den Unterschied. Statt einen festen Platz auf einem Transporter zu reservieren, fährt Ihr Fahrzeug auf einer bereits bestehenden Route mit. Sie warten nicht, bis genug Volumen für eine eigene Fahrt vorhanden ist, und der Transporteur fährt nicht halbleer. Kommt dazu noch Echtzeit-Einblick in Status und Planung, wird die Wartezeit, die früher zwischen Auktion, Compound und Auslieferung verborgen war, sichtbar und damit steuerbar. Wir haben bereits früher beschrieben, wie die Verweildauer versteckte Kosten im Remarketing verursacht, und wie Händlergruppen zunehmend das Transportmanagement digitalisieren, um genau diese Abstimmung zu beschleunigen.
Was das für Autohändler, Plattformen und Flottenbetreiber bedeutet
Konkret übersetzt sich das in drei Kennzahlen, die mehr aussagen als der Transportpreis allein:
- Zeit zwischen Einkauf und Abholung. Die Zeit, bevor ein gekauftes Fahrzeug tatsächlich abgeholt wird.
- Zeit zwischen Abholung und Verkaufsbereitschaft. Die Anzahl Tage zwischen Anlieferung und dem Moment, an dem das Fahrzeug tatsächlich im Showroom oder online steht.
- Gesamte Durchlaufzeit bis zum Verkauf. Die gesamte Anzahl Tage zwischen Einkauf und Verkauf, und wo in dieser Kette die meiste Zeit verborgen liegt.
Wer diese drei Punkte klar im Blick hat, kann steuern, was ein Fahrzeug tatsächlich bis zum Verkauf kostet. Die Transportrechnung allein ist dann nicht mehr der Ausgangspunkt.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Verweildauer im Autotransport?
Verweildauer ist die Zeit zwischen dem Moment, in dem ein Fahrzeug administrativ verfügbar wird (etwa nach einem Auktionsverkauf), und dem Moment, in dem es den Compound physisch verlässt. Das ist nicht dasselbe wie die Lieferzeit zum Endkunden. Die Verweildauer liegt vor dem Transport, nicht darin.
Wie verkürzt Spotfilling die Durchlaufzeit?
Spotfilling kombiniert Ihre Sendung mit einer bereits bestehenden Route, statt zu warten, bis genug Volumen für eine eigene Fahrt vorhanden ist. Dadurch wird ein Fahrzeug schneller eingeplant, und der Transporteur muss nicht halbleer fahren.
Ist der Transportpreis oder die Transportgeschwindigkeit wichtiger für Ihre Marge?
Keines von beiden allein. Die Frage, die zählt, ist, was ein Fahrzeug insgesamt bis zum Verkauf kostet: Transportpreis plus Finanzierung, Lagerung, Wertrisiko und entgangene Verkaufstage. Ein günstiges Angebot, das die Durchlaufzeit verlängert, ist selten die günstigste Wahl, wenn man so rechnet.
Geschwindigkeit organisieren, statt sie dem Zufall zu überlassen
Die Transportrechnung ist sichtbar. Die Kosten des Wartens sind es nicht, zählen aber genauso stark. Wer Kontrolle über die Marge in einem Markt haben will, der voller und transparenter wird, blickt deshalb auf den gesamten Weg vom Einkauf bis zum Verkauf, nicht nur auf den Preis pro Fahrt. Für Autohändler und Flottenbetreiber, die mit TransConnect arbeiten, beginnt das mit Einblick, wo auf diesem Weg die Zeit gerade verschwindet.